Die schärfste Currywurst der Welt  
 



Die Currywurst • Wanne Eickel



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Übersicht

16.000.000 Scoville Units • Schärfer geht es nicht

Dieser Beitrag wurde von dem Sieger der ersten offiziellen Scoville-Challenge Christian Seibert verfasst


Schärfe kann man messen
Die Maßeinheit der Schärfe ist Scoville. 1912 erfand Herr Wilbur Scoville eine Methode, um die Schärfe in Zahlen auszudrücken. Der Grad der Verdünnung, bei dem keine Schärfe mehr festzustellen ist, wird als SCU angegeben. Um es mit einfachen Worten auszudrücken: Wenn man für einen Tropfen scharfe Substanz, 3.000 Liter Wasser benötigt, damit keine Schärfe mehr spürbar ist, hat diese Flüssigkeit einen Schärfe-Wert von 3.000 Scoville Units.

Analysemethoden
Ursprünglich wurden wirklich Menschen gebeten eine Probe auf Schärfe zu testen. Sie durften aber innerhalb von 8 Stunden nur maximal 6 mal probieren um eine mögliche Verfälschung des Ergebnisses vorzubeugen.
Mitlerweile werden chemische Analysemethoden (HPLC) verwendet um den Verdünnungsfaktor zu bestimmen. Dies geht natürlich schneller und genauer.
Der Wert ist abhängig von den jeweiligen Capsaicin- und Alkaloidwerten. Dennoch ist es nicht einfach einen Scoville-Wert für eine Chilisorte zu bestimmen. Zum Einen ist nicht eine Chili so scharf wie die andere (Sonne, Reifungsprozess und vieles mehr spielen dabei eine Rolle) und zum Anderen gibt es bislang weder eine Kalibrierung noch irgendwelche Referenzstoffe. Hinzu kommt noch die Tatsache, dass die Schärfe nicht gleichmäßig in der Chili verteilt ist.

Dem menschlichen Empfinden nachempfundene Schärfescala aus Mexico
Das menschliche Empfinden ist nich immer mit den Scovill-Einheiten übereinstimmend. Aus diesem Grund ist auch eine Scala aus Mexico sehr geläufig. Diese Maßeinheit ist dem subjektiven Empfinden des Menschen nachempfunden und wird in Ganzzahlen von 0 bis 10 angegeben. Zusätzlich dient das "+" dazu, um noch eins draufzusetzen. So wird z.B. die Red Savina mit "10+" angegeben.

Capsaicin löst das Schmerzempfinden aus
Chili reizt die Schmerzrezeptoren der Schleimhäute und löst somit das Schmerzempfinden aus. Durch ständige Capsaicinaufnahme wird die Toleranzschwelle heraufgesetzt. Capsaicin und andere aus Capsicum gewonnene, schärfeverursachende Stoffe, werden als Capsaicinoide bezeichnet und sind ein aus Chilis der Gattung Capsicum gewonnenes Alkaoid.

Kann man denn bei der extremen Schärfe noch was schmecken ?
Beim ersten mal tut´s nur weh. Durch das Heraufsetzen der Toleranzschwelle werden dem Gehirn weniger "falsche Tatsachen" vorgegaukelt. Dadurch fängt man langsam an, den eigentlichen Geschmack wahrzunehmen, da dieser nicht mehr von den Botschaften, die an das Gehirn gesendet werden, überlagert werden. Somit könnte man vorsichtig behaupten, dass durch diesem Umstand scharfe Menschen um einige Geschmäcker reicher seien, als Leute die scharfes Essen meiden. Wissenschaftlich gesehen, werden keine neuen Geschmacksrichtungen hinzukommen, sondern diese Menschen sind dann nur zusätzlich in der Lage, den Geschmack der scharfen Lebensmittel zu schmecken. Alles andere schmeckt noch genau so, wie vorher. Einige Experten warnen dennoch. Sie gehen davon aus, dass bei extrem scharfen Substanzen, einzelne Geschmacksknospen auf der Zunge zerstört werden können.
Bitte genießt mit Vorsicht !!!!!!!

Chilis brennen
Die Nervenenden der Nozizeptoren lösen durch Capsaicin einen Hitze- bzw. Schärfereiz im Gehirn aus. Diese schmerzhaften Illusionen einer Erhitzung, steuert der Organismus durch vermehrte Durchblutung des Gewebes entgegen. Dadurch soll die Wärmeabfur in Gang gebracht werden. Sichtbar wird diese Reaktion durch eine lokale Rötung, wie wir sie von einer Verbrennung her kennen. Recherchen zufolge soll daher der Ausdruck: "brennen" abgeleitet worden sein.
Interresant auch die Tatsache, dass Menthol-Bonbons scheinbar kühlen. Doch dies ist ein ganz anderes Thema.

Glücksgefühle durch scharfes Essen
Das "Glückshormon" Endorphin steht nicht nur in Verbindung mit der Entstehung von Sexualhormonen, es wird auch mitverantwortlich gemacht für die Entstehung von Euphorie. Ausgelöst wird es neben Schmerz, Hunger, Sonnenlicht und einem intensivem Kuss auch von Chilis. Genaugenommen ist das Capsaicin dafür verantwortlich. Genaugenommen ist das Endorphin auch kein Glückshormon, sondern ein morphiumähnlicher Schmerzkiller, das zu einem gesteigerten Glücksempfinden beitragen kann. Es wird nur im Volksmund so genannt und stammt von den positiven Erlebnissen des Küssens.......

Capsaicin als Schmerzmittel
Was auf den ersten Blick als "crazy" bezeichnet werden kann, wird von manchen Menschen in der Tat praktiziert.
Der Hintergrund ist der, dass Capsaicin den Körper veranlasst, neben Endorphinen auch Neurotransmitter auszustoßen, was dann natürlich als Schmerz empfunden wird. Neurotransmitter sind chemische Botenstoffe des Gehirns. Einfach gesagt, übertragen Neurotransmitter Impulse von Nervensignale, die u.A. Schmerzsignale im Gehirn auslösen. Der Grundgedanke, Capsaicin als Schmerzmittel einzusetzen ist, dass dadurch der Vorrat der Zellen an Neurotransmitter erschöpft werden soll und somit das Schmerzempfinden nachlassen soll. Die Hauptanwendungsgebiete sind u.A. Rückenschmerzen, Rheuma und auch der Hexenschuss.
(Bitte schlagt mich nicht, wenn es nicht funktioniert. Ich habe schon vieles darüber nachgelesen, doch noch keine Erfahrungen diesbezüglich gesammelt)

Vögel sind Capsaicin-Immun
Capsaicinoide sind nur für Säugetiere scharf. Die Nervenzellen der Vögel sind so aufgebaut, dass sie nicht von Capsaicin angeregt werden. Biologen gehen davon aus, dass die scharfen Pflanzen die Säugetiere abschrecken sollen, damit die Vögel, die weitere Strecken zurücklegen können, die Samen effektiver verbreiten können.

16 Millionen Scoville • schärfer geht es nicht
Blair Lazar hat sich mit seinem Produkt Blair´s 16 Million Reserve einen Eintrag ins Guinnes-Buch der Rekorde gesichert, indem er den höchstmöglichen Wert von 16 Millionen Scoville (reine Capsaicin-Kristalle) herstellte. Weltweit wird dieses schärfstmögliche Produkt der Welt nur 999 mal limitiert verkauft.
G. Herzog hat gleich mehrere dieser Flaschen mit reinen Capsaicin-Kristallen erworben. Somit steht dem berechtigten Spruch: "Die schärfte Currywurst der Welt" nichts mehr im Wege. Doch diese Chemikalie ist so ausergewöhnlich scharf, dass sie genaugenommen nicht zum Verzehr geeignet ist. Dieses Extrakt kann sogar dafür sorgen, dass die Zunge nach dem Verzehr tagelang geschwollen ist. Selbst der Hersteller empfiehlt die Verwendung des puren Capsaicins nur zu Versuchszwecken.
Wenn es irgendwann mal irgenjemand geben sollte, der die schärfste Currywurst der Welt verzehren möchte, kann dies nur nach vorherigen Tests und unter ärztlicher Aufsicht geschehen. Alles andere wäre unverantwotlich. Kommentar von G. Herzog: "Wir möchten, dass unsere Kunden zufrieden sind und sie nicht 2 Meter tiefer unter die Erde, oder ins Krankenhaus bringen."

Die schärfste Zutat der Welt


Vergleiche mit Tabasco-Sauce
Das in Deutschland weit verbreitete Produkt: "Tabasco in der roten Flasche", schlägt offiziell mit ca. 2.500 bis 5.000 Scoville Units zu Buche. Für Berechnungen nach dem Motto: "Dieses Produkt ist dann ca. 200 mal schärfer als Tabasco" werden in der Regel 3.000 Scoville verwendet.



Grundlegende Tipps die man nicht ausser Acht lassen sollte

Der Sieger der ersten offiziellen Scoville-Challenge Christian Seibert empfiehlt folgende Grundregeln mit dem Umgang von Chilis und Hot-Sauces immer zu beherzigen
  • Niemals Späße mit unwissenden Personen treiben.

  • Vor und nach dem Besuch des stillen Örtchens, die Hände gründlich waschen (Vorsicht Türklinke !)

  • Alkohol hilft die Haut zu reinigen.

  • Bei der Zubereitung von frischen Chilis, Handschuhe und Schutzbrille tragen.

  • Kein Wasser oder Bier, sondern Milch, Käse, Joghurt, oder Öl zum Löschen verwenden. Auch das Lutschen von Salz hilft, die Schmerzen zu lindern. Sowie eine 10-prozentige Zuckermischung.
    Der Wirkstoff ist nur in Alkohol und Fett löslich. In Bier oder Wein ist hingegen der Wasseranteil zu hoch. Und purer Alkohol sollte man erst gar nicht versuchen.

  • Wassereis verstärkt die feurige Wirkung im Mund um ein vielfaches.

  • Wer sich die Samen von frischen Chilis einpflanzen möchte, der sollte darauf achten, dass er die Placenta nicht entsorgt. In der Placenta und in den Scheidewänden ist die Capsaicin-Konzentration am höchsten.




Scharfe Saucen

Der Sieger der ersten offiziellen Scoville-Challenge Christian Seibert empfiehlt:
  • Blair´s Possible Side Effects
    Schärfe: ca. 283.000 Scoville
    Menge: 148ml Flasche
    Preis: ca. 12 - 20 €
    Kommentar: Einer der schärfsten Saucen die noch ohne Extrakt auskommt. Dadurch ist sie meiner Meinung nach magenschonender als andere Saucen vergleichbarer Schärfe aus Extrakt. Sie passt (auch pur) wunderbar zu Schwenkbraten, Holzfällersteaks, Bauchlappen und diverse anderen Fleischgerichten. Gerne mache ich auch mal ein paar Tröpfchen in eine Dipp-Mischung für Tortilla-Chips oder auf einen Hamburger. Der Einsatzbereich ist recht groß, da der fruchtige Geschmack gut rüberkommt.
    Man sollte die Sauce auf keinen Fall unterschätzen. Sie ist sehr schweisstreibend und macht schon mächtig Feuer unterm Hintern.


  • CaJohns Krakatoa - Pure Red Savina
    Schärfe: geschätzte 70.000 Scoville
    Menge: 148ml Flasche
    Preis: ca. 8 - 15 €
    Kommentar: Diese Sauce ist einer meiner Lieblingssaucen. Sehr sehr fruchtiger Geschmack. Nicht zu scharf. Gut für so zwischendurch. Magenverträglich. Ideal zum Grillen in purer Form. Sie schmeckt auch super lecker zu Reis oder Fisch. Von dieser Flasche sollte man immer genügend im Haus haben.


  • 1 Million Scoville CHILI Extract
    Schärfe: ca. 1.000.000 Scoville
    Menge: 148ml Flasche
    Preis: ca. 20 - 30 €
    Kommentar: Ein bezahlbarer Hammer, den man nicht unterschätzen sollte!!!!!!!
    Selbst Freunde von mir, die aus Ländern kommen, wo selbst die Kinder schon viel viel schärfer essen als die Tonnenweisetabascoaufdiepizzaschütter, ja, selbst diese Leute bekamen bei dieser Sauce Tränen in die Augen.
    In dieser Scoville-Klasse sollte man behutsam anfangen. Man kann z.B. ein Schaschlikspies nehmen und ihn in die Flasche halten, abtropfen lassen und erstmal an dem abgetropften Spies lecken.
    Für die meisten Menschen genügt ein Tropfen auf ca. 50 Liter Sauce, dass sie Feuer spucken. Wer bislang noch keine Magenprobleme durch zu scharfes Essen bekommen hat, der hat mit dieser Sauce gute Chancen, sie zu bekommen. Niemals sollte man, auf nüchternen Magen, zu viel von dieser Sauce verzehren. Die Schmerzen, die sich erst später entwickeln, sind unbeschreiblich.
    Die Leute unter Euch, die schon in der Lage sind, dieses schwarze Feuerwasser pur zu genießen, werden den unbeschreiblichen Endorphin-Schub mit Sicherheit genießen.





Scharfe Chili-Pulver

Der Sieger der ersten offiziellen Scoville-Challenge Christian Seibert empfiehlt:
  • Blair´s Death Rain nitro
    Schärfe: ca. 350.000 Scoville
    Menge: 43g Shaker
    Preis: ca. 10 - 20 €
    Kommentar: Ein sehr leckeres, scharfes Pulver mit appetitanregender Wirkung.
    Leider hatte ich damals, bei meiner ersten Bestellung das Pulver in dem Döschen gelassen. Nach ca. 3 Monaten bildeten sich durch die Luftfeuchtigkeit Klümpchen und das Pulver war als solches nicht mehr brauchbar (aber immer noch mächtig scharf).
    Mitlerweile benutze ich für sämtliche Chili-Pulver-Sorten, die Würzling Gewürzstreuer der Fa. Tupperware. Auf dem Trödelmarkt werden diese zwischen 2 und 3 € gehandelt (Neuware). Ein handelsüblicher Trichter hilft dabei, das Pulver in die Tupperdöschen zu verfrachten.


  • A. Habanero Red Savina Chilipulver von Pepper-King.com
    Schärfe: geschätzte 150.000 Scoville
    Menge: 100g Tütchen
    Preis: ca. 17 €
    Kommentar: Auch dieses sehr leckere Chili-Pulver ist sehr appetitanregend.
    Der fruchtige Geschmack der ehemals schärfsten Habanero-Sorte kommt hier selbst in Pulverform noch stark zur Geltung. Wer einmal auf den Geschmack gekommen ist, der wird seine Knifte niemals mehr ohne Chili-Pulver essen wollen (zumindest ist das bei mir so der Fall).
    Dieses Pulver eignet sich auch hervorragend zum würzen von: Currywurst, Schaschlik, Tomatensauce, Jägersauce, Wurst, Käse, Erdbeeren .......


  • Bih Jolokia (Bhut Jolokia) Pulver von Pepper-King.com
    Schärfe: geschätzte 400.000 Scoville
    Menge: 100g Glas
    Preis: ca. 20 €
    Kommentar: Dieses feurig, scharfe Pulver hat einen ganz eigenwilligen Geschmack. Eben den, der indischen Bih Jolokia, oder auch Bhut Jolokia, Naga Morich und Dorset Naga genannt. Wörtlich übersetzt heisst es soviel wie: "Gift-Chili". Diese Chili-Sorte hat mitlerweile die Red Savina als offizielle Schärfe-Königin abgelöst. Der Geschmack ist typisch Asiatisch. Man muss es probiert haben. Der Anwendungsbereich ist hierbei auch mehr in die asiatische Küche ausgedehnt. Dieses Pulver passt u.A. auch super auf Döner, Reis, Geflügel, Sojakeimlinge, Kidney Bohnen, Chili con Carne, Ravioli .......









Die Currywurst • Heidstraße 28 • 44649 Herne (Wanne-Eickel) • 02325 / 77 77 6